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So jedenfalls nannten es die von Margot befragten Arbeiter auf dem Elbdeich. Mit schwerem Geräte auf der Deichkrone unterwegs hatten sie unsere Aufmerksamkeit erregt. Wolfgang ahnte indes schon das Richtige: Die alle zweihundert Meter in den Deich eingegrabenen, rechteckigen Natursteinpfeiler mit Zahlen darauf geben die Länge des Elbdeiches in Brandenburg an. Es beginnt mit Null bei Quitzöbel an der Grenze zum Nachbarland Sachsen-Anhalt, nicht weit von Havelberg entfernt. Und dann zählt es aufwärts bis kurz vor Dömitz, wo nicht weit von uns entfernt Mecklenburg-Vorpommern beginnt.
Gewundert hat es uns im ersten Moment schon, dass schon wieder gebuddelt wurde, denn erst vor einigen Jahren waren große Steinplatten mit Kilometerangaben in die Deichböschung eingegraben worden, damals allerdings nur alle 500 Meter. Direkt bei uns liegt die Platte mit 62,5. Nun prangt oben auf der Deichkrone die Zahl 61,0. Hatten sie sich damals vermessen? Wohl nicht. Die neue Angabe erklärt sich zum größten Teil aus einer groß angelegten Deichrückverlegung bei Lenzen, wodurch der Deich von rund sieben Kilometer um gut einen auf nunmehr rund sechs Kilometer verkürzt wurde. Diese Deichrückverlegung dient zum einen dem Hochwasserschutz und ist außerdem ein großes Naturschutzprojekt, mit dem neue Auenlebensbereiche geschaffen und größere Flächen an Auwald neu begründet werden sollen.
Wozu aber sollen die Kilometersteine gut sein? Zunächst sind sie sicherlich eine Hilfe bei der Unterhaltung des Deiches, ähnlich wie entsprechende Angaben an den Straßen. Sehr wichtig sind sie aber insbesondere bei Hochwassersituationen, um Schwachstellen oder Gefährdungspunkte am Deich sofort genau einordnen zu können. Das weiß Wolfgang noch aus eigener Erfahrung als Deichläufer beim ersten „Jahrtausendhochwasser“ an der Elbe im August 2002. Damals allerdings waren in aller Eile nur hilfsweise Markierungen vorgenommen worden. Zusätzlich waren insbesondere für die ortsunkundigen Einsatzkräfte aus anderen Landesteilen entsprechende Kilometerangaben auf die Zuwegungen von der Bundesstraße zum Elbdeich aufgesprüht worden.
Sicherlich lässt sich darüber streiten, ob es so aufwändig mit teuren Steinpfeiler und alle 200 Meter notwendig wäre.
Jedenfalls können Sie bei Ihrer nächsten Radtour an der Elbe in Brandenburg hier ihren Tachometer hervorragend testen!
Margot und Wolfgang Pauli, 30. Juni 2010
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